Miniauszug aus Talmon

»Klingt, als würde deine Familie seit Generationen ein goldenes Ei ausbrüten, um am Ende festzustellen, dass da was megafaul dran ist.«
Robert stellte seine Cola ab. »Und was soll daran faul sein?«, fragte er nasal, fischte sich ein Taschentuch aus der Packung und schnäuzte sich.
Cliff zog eine Grimasse. »Du meinst, abgesehen von dieser Hausmeister-zieht-mit-Familie-ins-Spukhaus-Nummer?« Er rülpste und lächelte seine irritierende Mischung aus Melancholie und Frechheit. »Kennst du diesen Film mit dem Psycho-Vater, dem hellsichtigen Sohn und der Frau, die wie Popeyes Olivia aussieht?«
»Wo die Axt mitspielt? Die Schreibmaschine? Und die tote Nackte im Badezimmer? Ja«, sagte Robert gelangweilt.
Cliffs verträumte Mundwinkel hoben sich. »Oha, noch eine Parallele! Der Mann war Autor!«
»Möchtegern-Autor! Und ich verstehe mich mehr als Journalist.« Robert hustete. Loony, Cliffs Labradordame, nörgelte in ihrem großen Flechtkorb. Ihren Kopf auf den Vorderläufen beobachtete sie sie aus vorwurfsvollen, dunklen Augen. Cliff hatte sie von der Couch gescheucht und Robert den vorgewärmten Platz angeboten. Robert hatte sich geweigert, Loony zum Trost einen seiner Schuhe zum Kauen zu überlassen. Er wischte dunkles Fell von seinem Jackettärmel.
Cliff beharrte: »Du hast Bücher veröffentlicht.«
»Bildbände«, korrigierte Robert.
»Mit Text.«
»Bildbeschreibungen.«
»Text! Und es gibt noch eine Parallele.«
»Du bist blöd, Cliff! Und wenn du mir gleich was über Väter mit Alkoholproblemen erzählst, kipp ich dir meine Cola ins Gesicht.«
Cliff griente. »Wer denkt denn an so etwas? Ich meinte, dieser Jack ist auch ein an sich selbst gescheiterter Intellektueller mit psychischen Problemen.«
Robert hustete. »Ich krieg gleich psychische Probleme.« Definitiv aber waren seine Stimmbänder dabei, sich zu verabschieden. Es wurde Zeit, dass er ins Bett kam.